FAQs: Häufig gestellte Fragen

a. Wieso gibt es Dächer, die nicht berechnet wurden?

In diesem Solarkataster sind geeignete Dächer, je nach Dachausrichtung, in verschiedenen Farben dargestellt. Ist ein Dach nicht farblich gekennzeichnet, heißt das, die Dachflächen sind ungeeignet. Gründe dafür können eine zu starke Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude sein oder die Dachfläche ist aufgrund von Aufbauten zu klein oder die Grundlagendaten sind an der Stelle unzureichend und es konnten keine Aussagen getroffen werden. Zudem sind Gebäude, die nach der Erhebung (Jahr) der Laserscandaten errichtet wurden, oder in den Liegenschaftsdaten nicht vorhanden waren, nicht berücksichtigt. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Grundstückseigentümer der Eignungsdarstellung ihrer Gebäude im Solarkataster widersprechen. In diesen Fällen wird das Gebäude nicht gekennzeichnet.

b. Warum werde manche Adressen bei der Adresssuche nicht gefunden?

Für die Adresssuche werden sogenannte Hauskoordinaten der Landesvermessung genutzt. Diese Daten werden zwar kontinuierlich aktualisiert, dennoch kann es sein, dass diese nicht immer dem aktuellen Stand entsprechen bzw. einzelne Adressdaten noch nicht aufgenommen wurden. Somit ist es in Ausnahmefällen möglich, dass einzelne Adressen nicht gefunden werden. Nebengebäude verfügen in der Regel über keine extra Hauskoordinate und besitzen im Solardachkataster keine Adresse.

c. Was bedeutet eigentlich kWp oder Wp?

Bei der Beschreibung der Größe einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wird häufig von Kilowatt peak (kWp) gesprochen. Damit wird die Spitzenleistung der Anlage beschrieben, die diese unter Standardbedingungen erzielen kann. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus der Leistungseinheit kW und dem englischen Wort „peak" für Spitze. Häufig spricht man auch von der Nennleistung der gesamten PV-Anlage. Die Nennleistung der einzelnen Solarmodule, aus denen die Anlage besteht, wird in der kleineren Einheit Wp (Watt peak) definiert. (Einheitsdefinition: 1 kWp = 1.000 Wp).

Da Solarmodule bzw. Solargeneratoren Gleichstrom produzieren, entspricht die Peak-Leistungsangabe technologisch bedingt einer Gleichstromleistung. Als Standard-Bedingungen gelten die klimatischen Bedingungen bzw. Voraussetzungen, die zur Festlegung der Nennleistung eines Solarmoduls im Testlabor dienen – im Englischen Standard Test Conditions (STC). Diese werden folgendermaßen definiert:

Solarstrahlung: 1.000 W/m²

Modultemperatur: 25 °C

Luftmasse (Lichtspektrum des Sonnensimulators): 1,5

Die oben aufgeführten Norm-Bedingungen liegen während des alltäglichen Betriebes einer PV-Anlage quasi nie gleichzeitig vor. Dies führt dazu, dass die normierte Leistung der Solarmodule im Feld nur sehr selten erreicht wird. Zwar sind Bestrahlungsstärken von 1.000 W/m² an einem schönen Sommertag in der Mittagszeit durchaus möglich, allerdings liegen dabei die Modultemperaturen durchwegs auf höherem Niveau, was zu einer Reduktion der Modulleistung führt. Bei extremen Wetterverhältnissen, das heißt kurzzeitig sehr hoher Einstrahlung und kühlen Solarmodulen, kann die abgegebene elektrische Leistung der PV-Module auch oberhalb ihrer Nennleistung liegen.

Um die Erträge unterschiedlich großer PV-Anlagen miteinander vergleichen zu können, wird die produzierte Energiemenge in kWh in Bezug zu der installierten Leistung (kWp) gesetzt. Diese Angabe hat sich zum Standard entwickelt.

d. Lohnt sich die Errichtung einer PV-Anlage auch trotz weiterer Absenkung der Einspeisevergütung?

Eindeutig ja, hohe Renditen sind auch weiterhin möglich. Die Wirtschaftlichkeit steigt, mit dem Anteil an PV-Strom, der selbst im eigenen Haushalt genutzt wird und je stärker der Stromeinkaufspreis steigt. Damit ist es sinnvoll einen möglichst hohen Anteil des produzierten Stroms selbst zu verbrauchen.

e. Was ist der optimale Sonneneinfallswinkel für eine Photovoltaikanlage?

Rechnerisch ist die Energieausbeute am größten, wenn das Sonnenlicht im rechten Winkel auf die Solarzellen trifft. Die optimale Ausrichtung in unseren Breitengraden liegt bei etwa 35 Grad und Südausrichtung.

Für die Belegung einer horizontalen Fläche führen allerdings flachere Ausrichtungen zu einer höheren Leistung pro Grundfläche und damit insgesamt zu einem höheren Jahresertrag. Bei Dachflächen orientiert man sich idR an der vorhandenen Ausrichtung und montiert die Module dachparallel.

f. Wie sieht die Preisentwicklung bei Solarmodulen aus?

Photovoltaikanlagen sind in der Vergangenheit stark im Preis gefallen, derzeit haben die Preise allerdings ein Plateau erreicht. Die EEG-Vergütung für eingespeisten Strom reduziert sich, der Marktwert des Solarstroms nimmt in letzter Zeit aber stark zu und übertrifft teilweise bereits die EEG-Vergütung neuer PV-Anlagen. Der Strombezugspreis steigt in den letzten Jahren ebenfalls und damit auch der Wert des substituierten Stroms durch Eigenverbrauch. Bitte beachten Sie, dass Prognosen für die Zukunft mit Unsicherheiten behaftet sind.

g. In der Kartenanwendung liegen die geeigneten Dachflächen nicht immer direkt auf den Dachflächen des Luftbildes?

Die für die solare Nutzung geeigneten Flächen werden aus einem hochgenauen dreidimensionalen Oberflächenmodell abgeleitet. Die in der Website veröffentlichten Bilder sind zweidimensional. Die Gebäudehöhen und damit die Höhendifferenz im Luftbild sind nur bedingt durch Entzerrung der Luftbilder berücksichtigt. Die Solarpotenzialflächen sind sehr viel lagegenauer als die Gebäude im Luftbild und weichen daher stellenweise gegenüber der Luftbildgebäude ab.

h. Für wen und wann lohnt sich eine Solarthermieanlage?

Solarthermieanlagen sind grundsätzlich sowohl für Neu- als auch auf Altbauhäusern geeignet und lass sich auch auf die Hausdächer installieren. Wirtschaftlich kann sich eine Solarthermieanlage für Haushalte am ehesten ab drei bis vier Personen rentieren. Vor allem, wenn sie einen großen Anteil des Warmwasserbedarfs deckt. Des Weiteren emittieren Sie durch die Nutzung einer Solarthermieanlage weniger Kohlenstoffdioxid und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Jegliche Wärme, die mit den Solarkollektoren produziert wird, ersetzt fossile Brennstoffe wie zum Beispiel Gas oder Heizöl.

i. Wie groß sollte ein Pufferspeicher sein?

Je nachdem, ob die Solarthermieanlage auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt wird, sollte neben der Kollektorfläche auch der Pufferspeicher größer ausfallen. Als Richtwert gehen Expert:innen dabei von etwa 60 Litern Speichervolumen pro Quadratmeter Kollektorfläche aus. Um ausreichend Sonnenwärme zwischenspeichern zu können, werden Mindestgrößen bis zu 750 Liter empfohlen. Für eine detaillierte Berechnung erkundigen Sie sich am besten bei einem Fachbetrieb.

j. Wieviel CO2 spart eine Solarthermieanlage ein und welchen Beitrag zum Klimaschutz leiste ich?

Den größten Teil ihrer Energie verbrauchen Haushalte in Deutschland für Heizung und Warmwasser. Für die Aufbereitung dieser Energie kommen in vielen Fällen noch fossile Brennstoffe zum Einsatz, welche einen hohen Ausstoß von Kohlendioxid verursachen. Mit einer Solarthermieanlage tragen Sie zum Ausbau der erneuerbaren Energietechnologien bei und reduzieren Ihre CO2-Emissionen deutlich. Im Vergleich zum Heizen mit Gas spart Solarthermie etwa 250 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Nutzwärme. Zudem reduzieren sich Ihre Heizkosten deutlich.

 

 

10 Schritte zu eigenen Solaranlage

(1) Ergebnisse der Automatisierten Solarpotenzialanalyse überprüfen

Die automatisierte Auswertung kann Abweichungen bzgl. der geeigneten Potenzialfläche beinhalten. Der Laserscanner kann unter Umständen Details wie beispielsweise Lüftungsrohre nicht aufnehmen. In die Dachhaut plan integrierte Dachflächenfenster können ebenfalls nicht erkannt werden, wodurch die Flächenangabe in einigen Fällen abweichend sein kann. Weiterhin ist zu bedenken, dass die geplante Fläche auch zukünftig verschattungsfrei bleiben sollte. Bäume und andere Gehölze können innerhalb von 20 Jahren eine beträchtliche Höhe erreichen und somit zu außerplanmäßigen Verschattungen führen. Verschattungen können ebenso durch nachträglich errichtete Bauwerke in der Nachbarschaft entstehen.

(2) Fachberatung vor Ort

Die Verbraucherzentrale berät private Verbraucherinnen und Verbraucher zur Energieeinsparung, zum effizienten Einsatz von Energie, zur Nutzung Erneuerbarer Energien sowie zu rechtlichen Fragen beim Bezug von Energieträgern. Interessierte können sich direkt vor Ort in verschiedenen Beratungsstellen im Land, aber auch telefonisch oder online mit Fragen rund ums Thema Energie an qualifizierte Beraterinnen und Berater der Verbraucherzentrale wenden.

Die Energieberaterinnen und -berater analysieren die Situation vor Ort bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern und geben passgenaue Tipps. Informationen und Kontaktdaten finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, der Verbraucherzentrale und für Energieberatungen im Landkreis Heidekreis sowie bei der Energieagentur Heidekreis.

(3) Örtliche Bauvorschriften prüfen

Eine mögliche Baugenehmigungsfreiheit für Solaranlagen regelt die Bauordnung. Anlagen auf privaten Dach- und Fassadenflächen sind in der Regel genehmigungsverfahrensfrei. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Ensembles sowie einer Lage im Geltungsbereich von Denkmalbereichs-, Erhaltungs-, Gestaltungs- und Sanierungsgebietssatzungen muss jedoch eine Genehmigung eingeholt werden, bzw. sind die entsprechenden Regelungen zu beachten. Ebenso kann durch Festsetzungen in Bebauungsplänen der Bau von Solaranlagen eingeschränkt sein. Freiflächen-Solaranlagen bedürfen dagegen in den meisten Fällen einer Genehmigung. In diesen Fällen sollten die örtlichen Bauämter oder versierte Energieberaterinnen und Energieberater bzw. Handwerksbetriebe kontaktiert werden.

(4) Zustand des Daches prüfen

Vor dem Einbau einer Solarstromanlage sollte die Lebensdauer des Daches geprüft werden. Solaranlagen haben eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte diese vor dem Einbau der Solaranlage vorgenommen werden. Nicht jede Dacheindeckung eignet sich für eine Solaranlage. Bei einer dachintegrierten Solarstromanlage wird die Anlage in die Dachhaut eingearbeitet, wodurch Kosteneinsparungen im betreffenden Dachbereich möglich sind.

(5) Kompetenten Fachbetrieb finden

In der Region finden Interessierte viele Fachfirmen für Beratung, wirtschaftliche Bewertung, Angebotserstellung und Durchführung der Installation. Einen guten Fachbetrieb erkennt man an seinen Referenzen.

(6) Angebote einholen

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben eine Solaranlage zu installieren, sollten Sie von mehreren Fachbetrieben detaillierte Angebote einholen. Prüfen Sie alle Angebote auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit. Im Zweifelsfall können Sie die Angebote von einer unabhängigen Energieberaterin oder einem Energieberater prüfen lassen. Falls Sie sich bezüglich der Wirtschaftlichkeit eines Stromspeichers in Kombination mit Ihrer Anlage unsicher sind, holen Sie sich vergleichbare Angebote mit und ohne Stromspeicher ein.

(7) Das A und O – eine sichere Finanzierung

Haben Sie die Kosten für die fertig installierte Anlage ebenso wie den zu erwartenden Jahresertrag durch die Angebote ermittelt, bleibt zu klären, auf welche Summe sich der Eigenanteil an der Finanzierung beläuft. Zur Finanzierung verbleibender Kosten stehen günstige Kredite, z. B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), zur Verfügung. Hierbei ist darauf zu achten, dass in der Regel vor einer Kreditzusage nicht mit dem Vorhaben begonnen werden darf. Sollte es sich bei der Planung um eine Solarwärmeanlage handeln, besteht unter Umständen die Möglichkeit einer Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (bafa). Die Seite Förderbedingungen sind bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einsehbar.

(8) Die Auftragserteilung

Achten Sie bei der Vergabe des Auftrages unbedingt auf die Zahlungsmodalitäten und beziehen Sie sich immer auf das zu Grunde liegende Angebot. Falls Sie mit der Solarfirma spezielle Vereinbarungen zum Ausführungstermin und/ oder dem spätesten Zeitpunkt der Inbetriebnahme vereinbart haben, sollten nicht nur diese, sondern auch die Konsequenzen bei einer Terminüberschreitung schriftlich mit der Auftragsvergabe formuliert sein. Lassen Sie sich eine schriftliche Auftragsbestätigung geben.

(9) Inbetriebnahme der Anlage

Die Solarfachbetriebe werden nach dem Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme zusammen mit dem Energieversorger durchführen. Sie erhalten ein Protokoll zur Inbetriebnahme, in dem unter anderem der Zählerstand des Einspeisezählers festgehalten wird. Seit dem ersten Januar 2009 besteht für Betreiber und Betreiberinnen von Solarstromanlagen eine besondere Meldepflicht als Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung. Der Betrieb der Anlage muss mit den folgenden Daten der Bundesnetzagentur gemeldet werden: Standort der Anlage, Name des Netzbetreibers, Leistung der Anlage in Kilowatt, Tag der Inbetriebnahme.

(10) Von nun an produzieren Sie Strom

Der zuständige Stromversorger wird mit der Betreiberin oder dem Betreiber einen entsprechenden Vertrag schließen und den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vergüten. Spätestens jetzt sollten Sie der Gebäudeversicherung die Photovoltaikanlage als neuen Bestandteil des Gebäudes anzeigen, damit diese, z. B. bei Sturmschäden, abgesichert ist. Eventuell ist die Anlage aber schon über die bestehende Versicherung abgedeckt. Dazu sollten Sie sich bei Ihrem Versicherungsanbieter erkundigen. Auch in der nächsten Steuererklärung ist die Photovoltaikanlage zu berücksichtigen. Dies wirkt sich in der Regel positiv aus und verringert die Steuerlast. Es lohnt sich unter Umständen zu diesen Fragen eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

 

 

Berechnungsgrundlage

Grundlage dieses Katasters ist eine geodatenbasierte Ermittlung der Solarpotenziale für jedes Gebäude im Landkreis Heidekreis. Die Methode zur Berechnung des Solarenergiepotenzials erfolgt über geographische Informationssysteme (GIS). Über hochgenaue Ganzjahreseinstrahlungs-analysen wird die solar nutzbare Strahlung genau ermittelt, wobei Abschattungen, verursacht z.B. durch Dachstrukturen oder Vegetation, Berücksichtigung finden. Zu jeder geeigneten Dachteilfläche werden Potenzialparameter wie der potenzielle Stromertrag, die mögliche CO2-Einsparung und die mögliche zu installierende kWp-Leistung errechnet. Die Methodik sowie die angenommenen Parameter sind im Folgenden näher beschrieben.

Hintergrund zur Datengrundlage

Grundlage der Solarpotenzialanalyse sind Laserscandaten und Daten aus einem Digitalen Oberflächen Modell (DOM), die für das Untersuchungsgebiet flächendeckend zur Verfügung stehen. Zur Lokalisierung der Gebäude wurden die Gebäudeumringe aus dem Automatisierten Liegenschaftskataster (ALKIS) verwendet. Die Gebäudegrundrisse geben die Gebäudeaußenmauern eines Hauses an, Dachüberstände sind darin nicht berücksichtigt. Neu errichtete Gebäude sind möglicherweise noch nicht im Kataster dargestellt und berechnet worden, da sie in den ALKIS-Daten nicht enthalten waren.

Ermittlung homogener Dachteilflächen

In einem ersten Schritt werden aus dem Oberflächenhöhenmodell homogene Dachteilflächen abgeleitet. Eine homogene Teilfläche verfügt jeweils über eine einheitliche Neigung und Ausrichtung und ist damit gleichermaßen mit Solarmodulen belegbar. Störelemente werden dabei ausfindig gemacht und separiert. Über das angewendete Verfahren werden auch Schornsteine, Gauben und andere Dachstrukturen berücksichtigt. Dies ermöglicht die differenzierte Berechnung der Einstrahlung pro homogener Teilfläche.

Einstrahlungsanalysen

Im Zuge der Einstrahlungsanalysen werden die direkte und diffuse Einstrahlung ermittelt. Die solare Einstrahlung ist ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit der solaren Nutzung. Über eine Ganzjahreseinstrahlungsanalyse, berechnet im Minutenrhythmus des Sonnenstandes über das Jahr, ist es möglich, die Jahressumme der solaren Einstrahlung genau zu ermitteln. Über die direkte Einstrahlung wird die Abschattung errechnet. Starke Minderung der direkten Einstrahlung deutet auf abgeschattete Bereiche hin. Diese können durch Bäume, angrenzende Gebäude oder durch Dachaufbauten verursacht werden. Auch nördlich ausgerichtete Dachflächen erreichen je nach Neigungswinkel keine direkte Sonneneinstrahlung. Stark abgeschattete Dachflächen-bereiche werden als ungeeignete Bereiche aus der Berechnung herausgenommen. Geringere Abschattungen mindern die solare Einstrahlung und fließen in die Solarpotenzial-berechnung mit ein. Die Einstrahlungsanalyse wird anhand von örtlichen Strahlungsdaten, die vom DWD zur Verfügung gestellt werden, an lokale Verhältnisse angepasst.

Eignungsklassifikation

Das Ergebnis weist die Flächen aus, die einen spezifischen Stromertrag von 650 kWh/kWp und mehr aufweisen und weniger als 20 % verschattet sind. Für die PV-Nutzung geeignete Dachflächenbereiche sind in ihrer Grundfläche mindestens 5 m² groß. Bei Flachdächern wird angenommen, dass bei einer Aufständerung von 30° nach Süden 40 % der Fläche genutzt werden kann. Flachdächer müssen daher mindestens eine Grundfläche von 12,5 m² aufweisen, um als geeignet eingestuft zu werden. Unabhängig von der Grundfläche muss zudem mindestens 1 Modul der Größe 1,7 * 1,02 m auf die Dachteilfläche passen.

Potenzialermittlung auf Dachflächen

Modulwirkungsgrad

Für die Berechnung des potenziell zu erwirtschaftenden Stromertrags wurde ein zum Zeitpunkt der Analyse gängiger Wirkungsgrad von PV-Modulen zu Grunde gelegt. Dies sind 21,7 % Wirkungsgrad. Die Berechnung des potenziellen Stromertrags fußt auf der Annahme, dass bei Flachdächern von einer Aufständerung der Module auf 30° Süd ausgegangen. Eine Berücksichtigung individueller Installationsausrichtungen auf Flachdächern (z.B. Ost/West) ist durch die Rechenmodule im Solarpotenzialkataster möglich.

Performance Ratio

Der Qualitätsfaktor – auch als „Performance Ratio“ bezeichnet – beschreibt das Verhältnis zwischen dem maximal möglichen Ertrag und dem tatsächlich erreichten Ertrag. Zur Verringerung des Ertrags führen unter anderem Verluste in den Leitungen oder am Wechselrichter ebenso wie Verschmutzungen der Solarmodule. In der Berechnung wird ein Performance Ratio-Wert von 0,8 angenommen.

Stromertrag

Basierend auf den errechneten Parametern ‚geeignete Dachfläche‘, ‚Wirkungsgrad‘, ‚Einstrahlungsenergie‘ und ‚Performance Ratio‘ wird der potenzielle Stromertrag für die ausgewählte Fläche/n ermittelt. Die Berechnung des Stromertrags basiert auf folgender Berechnungsformel:

Y = η ·H·F3D·PR

Y= zu erwartender Jahresenergieertrag für die Dachteilfläche [kWh / a]

η = Wirkungsgrad der Anlage

H= mittlere jährliche solare Einstrahlung auf die geeignete Modulfläche [kWh/(m² ·a)]

 

 

F3D = geeignete Dachfläche [m²]

PR= Performance Ratio

CO2-Einsparung

Die Berechnung basiert auf einem CO2-Äquivalent Wert von 0,474 kg/kWh, bezogen auf den Bundesdeutschen Strommix von 2019 (Quelle: Umweltbundesamt). Berücksichtigt wurde ebenso die produktionsbedingte CO2-Emission, die nach GEMIS 5.0 für monokristalline Anlagen bei 0,060 kg/kWh liegt. Deshalb wurde die CO2-Einsparung für eine Anlage mit 21,7 % Wirkungsgrad mit 0,414 kg/kWh berechnet. Die Ergebnisse der Stromertragsberechnung bilden die Grundlage für die mögliche CO2-Einsparung.

kWp-Leistung

Für die als Nennleistung von Photovoltaikanlagen bezeichnete Kilowattpeak-Leistung (kWp-Leistung) wurden 4,6 m² pro kWp zu Grunde gelegt. Die potenzielle kWp-Leistung geht bei Flachdächern von einer Aufständerung der Module auf 30° Süd aus.

Weitere Hinweise

Im Solarkataster sind nur Dachflächen ausgewiesen, die für eine Photovoltaik-Nutzung grundsätzlich geeignet sind. Auf eine weitere Klassifizierung innerhalb der geeigneten Flächen wird verzichtet, da die Eignung einer Dachfläche stark vom Verbrauchsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudes abhängig ist. Bitte nutzen Sie daher den Ertragsrechner Photovoltaik, um einen Eindruck von der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage auf Ihrem Dach zu bekommen. Die dieser Berechnung zugrunde liegenden Größen für die Ermittlung der einzelnen Kennwerte zur Nutzung von Photovoltaikanlagen stellen eine Momentaufnahme der Marktsituation dar. Wirkungsgrade und CO2-Äquivalente können sich durch Faktoren, wie technische Neuerungen während der Projektphase, verändern. Die geodatenbasierte Analyse der Solarpotenziale bietet eine erste Einschätzung der Eignung eines Daches für die Installation von Photovoltaik-Modulen. Sie ersetzt nicht die Vor-Ort-Prüfung der Machbarkeit durch ein Fachunternehmen. Ob die Statik des Daches für die Installation von Photovoltaik-Modulen geeignet ist, wird im Rahmen der geodatenbasierten Analyse nicht geprüft.